Die Fremde im Zelt

Weiche, große Brüste legten sich auf sein Gesicht und er schwamm darin wie im Meer, gab sich diesem Wogen hin wie der rollenden See, fühlte sich nur noch vergehen in reifer Unendlichkeit, die Welt wurde ganz groß und weich und sanft und klein. Nur noch eines zählte...

Ein Geräusch. Er schreckt hoch. Er ist noch dort. Was ist hier? Eine Gestalt gleitet zum Zelteingang herein, kaum zu unterscheiden von der schwarzblauen Nacht im Hintergrund.

"Barbara?" fragt Boris verwirrt.

"Nein", flüstert sie, "du hast mir den ganzen Tag hinterhergeschaut, jetzt bin ich da. Du kannst mich haben."

Boris dämmert eine Erinnerung aus der Tagwelt ...

Sie kniet vor seinem Lager und streift sich den Pullover über die Achseln. Er ahnt es mehr als wirklich zu sehen, seine Hände ertasten nackte Haut, weiche Hüften, diese Hüften, die er den ganzen Tag bewundert hatte, rund und ausladend und darunter führten die Pobacken ein Eigenleben, wenn sie ging.

Sie beugt sich nach vorne, ihre schweren, üppigen Brüste fallen wie von selbst in seine Hände. Den ganzen Tag hatte er geträumt davon, diese Fülle einmal im Leben, nur ein einziges Mal, in den Händen zu halten. Er konnte kaum glauben, was diese Frau im knappen Bikini auf dem Zeltplatz vorführte. Seine Augen waren wie hilflose kleine Eisenspäne, unwiderstehlich angezogen von der Kraft der Magneten. Gegen Abend hatte ihn Barbara zur Rede gestellt und angebrüllt, wenn er nicht endlich seine Glubschaugen von dieser Frau lassen würde, könnte er sich den Urlaub mit ihr abschminken.

Die zarte Gier überwältigt Boris wie jedes Mal, wenn seine Hände dieses Wunder spüren. Jetzt eine Ewigkeit nur Handfläche sein und sich mit sanft zupackenden Fingern in die Busen der Welt wühlen.

"Ja", raunt sie, "wunderbar, du hast dich ja gar nicht satt sehen können heute. Fass´ mich an, greif´ zu, ich will dich."

Sie beugt sich über ihn, ihr Mund sucht seine Lippen, sanft knabbert sie an Boris´ Oberlippe, ihre Zunge schiebt sich in seinen Mund, verstohlen wie eine leise Schlange, er liegt ganz lang und ausgebreitet und lässt es geschehen. Je stiller er liegt, desto wahnsinniger wächst seine Erregung. Einen einzigen Punkt gilt es zu spüren, das ist die Stelle an seinem Gaumen, wo gerade die Schlange züngelt. Er empfängt sie, lässt sich von ihrer Zunge ficken. Immer wieder gleitet sie in ihn, ausholend, nachdrücklich, ein leises, starkes Reptil, das nicht aufzuhalten ist. Beim Abendessen hatte die Frau mit ihrem Freund einen Tisch neben Boris und Barbara gesessen. Sie trug ein Top mit Spaghettiträgern, das ihre Pracht so deutlich zeigte, dass Boris seine Blicke ungefähr hundertmal pro Minute abwenden musste. Barbara hatte ihn einige Male sehr böse angeschaut, nach dem Essen ihre Sachen gepackt und war verschwunden.

Boris überkommt die banale Lust zu kichern, er packt die Schlange bei den Hüften und zieht ihr das letzte Stückchen Zivilisation aus. Seine Hände gleiten ihre weichen Schenkel hinunter, die er am Tag ausgiebig bewundern konnte. Drall und muskulös, gebräunt, aber nicht zu sehr, natürlich rasiert. Boris wirft ihren Slip Richtung Zelteingang, ohne darüber nachzudenken, dass sie ihn vielleicht noch brauchen könnte.

Barbara hatte ihm einen Zettel hinterlassen, er könne sie mal...

Sie löst sich von seinem Mund und setzt sich mit ihrem Schoß auf sein Gesicht. Sie ist rasiert. Das bringt Boris völlig aus dem Gleichgewicht und erregt ihn besonders. Mit beiden Händen umfasst er ihre göttlichen Hüften, wollüstig dringt seine Zunge in ihre Spalte ein. Sie schmeckt wie kreolischer Fisch, ein bisschen scharf, ein bisschen salzig und sehr, sehr feucht. Sie drängt sich wild gegen sein Gesicht. Jetzt ersticken, sterben in Dunkelheit, Nässe und Lust! Sie gibt ihn für dieses Leben frei, greift nach seinem Schwanz, setzt sich auf ihn und reitet ihn.

Sie beugt sich zu seinem Ohr und flüstert: "Sei nicht so laut, wenn du kommst, mein Freund schläft zwei Zelte weiter."

Eduardo - November 2004