Tantra-DVD: Den G-Punkt entdecken

DVD: G-Punkt-EntdeckungImmer mal wieder werden mir Bücher, DVDs und Websites zur Besprechung in diesem Blog angeboten. Meist lehne ich das ab, denn ich hab’ wenig Zeit und sehe keinen Grund, Marketing-Maßnahmen honorarfrei zu unterstützen (derzeit plane ich, für derlei Interessen einen “Marktplatz” einzurichten).

Aber: es gibt auch mal eine Ausnahme! So hab’ ich mir die DVD “G-Punkt Entdeckung – The Spirit of Yoni” kommen lassen. Gerade, weil ich eher skeptisch bin bezüglich allerlei “technischer” Empfehlungen, man solle nach irgendwelchen “Punkten” suchen – womöglich als Ein/Ausschaltknopf für maximale Lust (so hätten das viele Männer gern, doch es klappt halt nicht…). Continue reading “Tantra-DVD: Den G-Punkt entdecken”

Werde zur geglätteten Hungerharke mit Fotoshop!

Fotoshop by Adobé from Jesse Rosten on Vimeo.

Dieses Werbe-Video ist NICHT real – genauso wenig wie die aktuellen Standards für “Schönheit”.

Körper-Styling statt Sex

Das Video hab’ ich hier eingebunden, weil es gut zu Forschungsergebnissen der Sexualwissenschaftlerin Dr. Aglaja Stirn passt. Sie leitet eine psychosomatische Klinik und trug auf dem Kongress “Buddha – Sex – Leidenschaft” Zahlen zum Sexualleben der Deutschen vor, die Aufsehen erregten. Zum Beispiel diese:

Im Durchschnitt haben Paare heute 40 Prozent weniger Sex als vor 20 Jahren. Dies korreliere mit der Zunahme eines “Nichteinverstandenseins” mit dem eigenen Körper, erklärte sie. “Der Trend ist, unsere Energie in die Veränderung, Gestaltung und Kontrolle unseres Körpers zu stecken, wie z.B. durch Fitnesstraining, Piercings und Schönheitsoperationen, anstatt die Nähe anderer Menschen zuzulassen”.

Quelle: Connection Special TANTRA 1/2012, S.65

Sexualität und Identität – Connection Tantra 1/2012

Das halbjährlich erscheinende TANTRA-Special aus dem Connection-Verlag ist wahrlich mal wieder eine kleine Lobeshymne wert. Anders als es das Vorurteil meint, geht es da nicht um “Tantra-Sex” im Sinne eines meditativ zu vollziehenden Akts in geschmückter und Räucherstäbchen-geschwängerter Umgebung.  Das Heft versammelt wieder eine ganze Reihe wirklich spannender Themen, die man so in anderen Medien kaum je findet.

Wer bin ich als sexuelles Wesen? Nicht nur Pubertierende, Bisexuelle, sich outende Homosexuelle, Transsexuelle und Transgender treibt diese Frage um, auch »ganz normale« Heteros fragen sich: Bin ich eine richtige Frau? Ein richtiger Mann? Was soll, darf und will ich als sexueller Mann, als sexuelle Frau denken, fühlen, sagen und tun? Bin ich so, wie ich bin, richtig? Der Schlüssel zum Sex ist unser Selbstverständnis, dem wir mittels der tief schürfenden, aber dennoch gut zu lesenden Artikel einmal umfänglich nachsinnen können. Continue reading “Sexualität und Identität – Connection Tantra 1/2012”

Drei Erotik-Surftipps im Dezember

1. SHOP: Higheels, Toys, Dessous – und jede Menge Info:

Würdet Ihr von einem Toy-Shop erwarten, dass er auch Infos über Sex-Spielzeuge im Eigenbau zur Verfügung stellt? Ich nicht! Genau das bietet allerdings der PrivateJoy Erotikshop, womit er mir erstmal sehr positiv aufgefallen ist. Es macht einfach sympathisch, wenn nicht jedes abgebildete Zeichen dem Kommerz dient, sondern “Beratung” auch dann geleistet wird, wenn das Befolgen des Rats nicht unbedingt den Umsatz erhöht. Nun, PrivateJoy ist weit mehr als ein Toy-Shop: die Informationsdichte ist für einen Shop sehr hoch und noch dazu übersichtlich gegliedert. Ein “Produkt-Wiki” erläutert dem Unkundigen  Dildos, Highheels, Wonderbras, Dongs und sogar “Taschenmuschis”.  Im Beratungs-Bereich gibt es Tipps und Inspirationen, wie sich all die interessanten Dinge anwenden lassen und wie man sie pflegt. Wer mag, kann sich auch als Toy-Tester bewerben. Alles in allem ein Shop, den ich wieder besuchen werden, wenn ich noch nicht ganz genau weiß, was ich will. Continue reading “Drei Erotik-Surftipps im Dezember”

Wie Paare die Erotik töten

In Sachen Erotik sind die meisten Themen ewig aktuell. Das gilt auch für das Problem der “Erotik im Alltag”. Dazu hab’ ich einen guten Beitrag entdeckt, zwar von 2009, doch gewiss niemals veraltet. Da unternimmt eine Frau mit den passenden Nicknamen “Sinnlichkeit” über “Sinnlichkeit im oder trotz Alltag:

“Paare schlafen in vielen Kulturen in gemeinsamen Betten, frühstücken, essen, schauen TV, machen sich gemeinsam für den Abend fertig. JedEr kennt jedEr Falte der/des Anderen, jedes Kleidungsstück, jedes Verhalten.

Erotik lebt von Überraschung und Überraschungen kommen plötzlich, sind Abwechslung und wirken erotisch, weil sie Sehn- und Erlebnis-Süchte befriedigen. Erotik stimuliert die Sinne, Alltag rationalisiert und mechanisiert Prozesse.

Paare, die gemeinsam leben, tun quasi alles, um Erotik unmöglich zu machen. Und doch hat es einen Vorteil, der diesen Weg legitimiert und dazu motiviert: Die Sicherheit, nicht betrogen zu werden, die Sicherheit, ihren/seinen Partner unter Kontrolle zu haben.

Erotik wird dann zum Ausbruch, oder der Ausbruch aus dem Alltag ist dann erotisch, ein sinnliches Erlebnis, weil es Überraschungen in sich birgt.

Die fremde Frau/der fremde Mann sind unbekannte und deshalb sehr wahrscheinlich starke Reize, stärker als das Bekannte, das Eroberte, das Gewohnte, das Alltägliche.”

Ja, so entwickelt sich das bei allzu vielen Paaren immer und immer wieder. Es wird schon lange darüber geschrieben, doch in der Hinsicht sind wohl viele “beratungsresisten”. Zu groß erscheint zu Beginn das beglückende Gefühl möglichst intensiver Nähe – und später, wenn man durchaus wieder mehr Abstand haben könnte, unterlässt man es, das auch anzusprechen und umzusetzen. Denn der Partner könnte ja denken, man liebe ihn nicht mehr… wie falsch und auch schade!

Ein Loblied auf die Impotenz

WEGE 2 - 2011..oder die Kunst des Nicht-Tuns singt Roger Balmer, Landschaftsgärtner und Leiter einer “Liebesschule” im Gemeinschaftsprojekt ZEGG bei Berlin im neuen WEGE-Heft 2/11.

Er möchte seine Geschlechtsgenossen vom Leistungsstress befreien und mit den Freuden eines “gemächlichen Sex” bekannt machen, der kein Viagra braucht und vor allem nicht schnell fertig sein will. Stundenlanges Genießen in echter Verbindung zur Frau, nicht bloß zum inneren Porno (= ich verkürze es mal mit eigenen Worten). Balmer fordert die Öffnung des männlichen Herzens, doch müsse der Mann zuvor erst einmal seine “Herzschwäche” spüren.

Hm… nicht nur bei diesem Text hab ich mich gefragt: WER schreibt da eigentlich für wen? Continue reading “Ein Loblied auf die Impotenz”