Lesenswerte Erotik-Blogs: dünn gesäht!

Nachdem nahezu alle Blogs der alten Liste von 2008 verstorben sind, wird es Zeit, wieder einmal nach anspruchsvollen Erotik-Blogs und Medienseiten abseits von plattem Porno und Toy-Werbung zu schauen. Viele sind es nicht, aber einiges hab ich doch gefunden:

  1. LVSTPRINZIP – Freiraum für sexuelle Gedanken – Theresa schreibt über Sex, weil ihr das “nie nie langweilig” wird, doch kommen auch Gastautorinnen und Autoren zu Wort. Beispielthemen: “Der perfekte Dreier”, “Tabulos? Interview über die Scham”, “Emotionaler Betrug”, “Tschüssikoffski, Pille” und viele mehr.
  2. Mimi & Käthe – Erlebnispornografie – “Es gibt Blogs aus der Welt der Pornographie. Es gibt Blogs über die Welt der Pornographie. Aber keinen, der authentisch zwischen den Welten balanciert, weil er zu beiden gehört. Keinen – bis auf Mimi&Käthe.”
  3. Ohja! ist der Sex- und Lifestyle-Blog von JOYclub, der Community für mehr Lust und Liebe: erotische Trend-Themen, Beziehungs- und Sexspielzeugkisten, interessante Tipps für noch besseren Sex. Motto: Lebe deine Lust!
  4. Erosa.de – die schönsten Seiten der Erotik – mehr als ein Blog, nämlich erotisches Feuilleton, Medientipps, erotische Geschichten, Informatives rund um Beziehung, Sex und Erotik – alles versammelt von Beziehungs- & Sexualcoach Ilse Maschinger.
  5. Adam spricht – … über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen.
  6. Annas Welt der Männer – Ein Blog über Männer. Über Frauen. Über Sex. Und über mich. – Erotische Geschichten aus dem lustvollen Alltag der Autorin.
  7. BRIGITTE – Tipps und Infos rund um Sex Lesenswerte, informative, oft auch humorvolle Beiträge rund um die schönste Nebensache der Welt.
  8. Doris Kaiser – Sexualberaterin für Frauen“Es wird viel über Sex geschrieben, aber die Probleme sind tabu.” Doris will das ändern und schreibt in ihrem Blog über Lustlosigkeit, Selbstwertgefühl, Schönheitsideale, Orgasmus vortäuschen, Masturbation und vieles mehr.
  9. Joy-Club – das Forum – zwar kein Blog, aber viele Gespräche rund um Sex, Erotik, Beziehung – und alles aus dem richtigen Leben!

Frühling 2013: Zur “Knutschverbot-Debatte”

Natürlich gibt es kein “Knutschverbot” und ein solches wird auch nicht gefordert. Wohl aber gibt es den Wunsch bzw. die Forderung aus der Netz-feministischen Ecke, man solle sich als Hetero-Paar in der Öffentlichkeit besser jeglicher Zärtlichkeiten enthalten. Denn öffentliches Schmusen, Küssen, Händchen halten zementiere die “hetero-sexistische Norm” zu Lasten anders Liebender, die sich nicht so verhalten könnten, da sie als Schwule, Lesben, Transmenschen oder Drittgeschlechtliche stets Diskriminierungen befürchten müssen.

In einem ausführlichen Artikel zur Debatte (Hat jemand “Knutschverbot” gesagt?! – Critical Hetness 101) schreibt Anna-Sahra bei der Mädchenmannschaft:

“Selbst, wenn in der konkreten Situation vielleicht keine konkrete Gefährdung, aktive Ausgrenzung oder exotisiertende Kommentierung befürchtet wird – aber Diskriminierung ist mehr als verbale oder physische Gewalt. Mit meiner Hetero- und Paarperformance nehme ich anderen Ausdrucksformen und Beziehungsweisen den Raum. Auch wenn ich das gar nicht will. Auch, wenn ich “alternative” Beziehungsformen gut finde oder gar lebe, ich mich selbst gar nicht als hetero verorte, Paarsein mir doch gar nicht so wichtig ist und_oder ich mich gegen Homophobie und Heterosexismus engagiere. Und auch, wenn ich das nicht hören will.”

Sowohl im langen Artikel als auch in den meisten Kommentaren scheint ein Konsens zu herrschen, der da lautet: “Die Hetero-Norm ist abzuschaffen, denn anders Liebende werden durch ihr bloßes Dasein schon ausgeschlossen”. Das ist ein radikaler Ansatz, der aus Minderheiten-Sicht verständlich ist, sich m.E. aber niemals gesamtgesellschaftlich durchsetzen wird. Jedenfalls nicht, so lange die große Mehrheit heterosexuell ist, so fühlt und so lebt.
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Blissfull Bondage: Tantrische Fesselmassage für Einsteiger

Bondage, das lustvolles Fesseln im erotischen Kontext ist heute nichts Abseitiges mehr, sondern eine anregende Spielart, die immer mehr Paare für sich entdecken. Sei es der Aspekt der Macht, der Geborgenheit, der sinnlichen Erfahrungen oder auch der kunstvollen Inszenierungen: damit ein solches Spiel gelingt, reicht es nicht, mal eben eine Wäscheleine um das geliebte Wesen zu schlingen und “irgendwie” zu verknoten. Ganz im Gegenteil:  der Teufel lauert im Detail und man muss sich schon ein wenig auskennen und wissen, was man tut, damit es nicht zu unschönen Unfällen oder gar Verletzungen kommt.

Blissful Bondage

Eine gute Idee für Einsteiger ist es, zunächst einen der vielen Bondage-Workshops zu besuchen, die vornehmlich in großen Städten angeboten werden. Zusätzlich gibt es mittlerweile auch Lehr-Medien, die Interessenten in die Fesselkunst einführen – z. B. die DVD “Blissfull Bondage” von Laura Media, die mir für eine Besprechung zur Verfügung gestellt wurde.
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Adam spricht: Männer bloggen über Sex, Erotik, Beziehung

Meist sind es ja mehr Frauen, die über ihr Sex- und Liebesleben bloggen.  Umso interessanter, wenn ich mal einen bloggenden Mann im Web entdecke, der nicht nur schöne Bilder nackter Haut postet, sondern auch eloquent über Erotisches oder gar das Liebes- und Beziehungsleben insgesamt schreibt.

Hier nun ein paar von Männern geschriebene Blogs, die ich Euch empfehlen will:

Weitere Tipps gerne in den Kommentaren!

Fragmentarisierung: Loch, Nippel, Pimmel, Loch

Eine lesenswerte Rezension des Buches “Der Tanz um die Lust” von Ariadne von Schirach findet sich seit gestern auf dem Feigenblatt-Magazin. Die Autorin Therasa meint, das Buch gehöre in jeden guten Haushalt. Es geht darum um die Zerstückelung bzw. Fragmentierung des Körpers in der zeitgenössischen Pornografie (aber nicht nur dort!).

Zitat:

Loch, Loch, Nippel, Pimmel, Loch. Um Lust, oder sagen wir mal zumindest Sex, filmisch sichtbar zu machen, bedienen sich Mainstreampornos einer simplen Ästhetik: sie filmen einfach dort drauf, wo man´s nun mal offiziell am besten sehen kann.
Dadurch geht es nicht mehr um die Körper an sich. Oder um die Menschen, die dort Dinge miteinander anstellen. Es geht um: Loch, Loch, Nippel, Pimmel, Loch. Es geht nicht um Gefühle, und um die soll es auch gar nicht gehen. Es geht um diese bestimmte Ästhetik, die da sagt: Loch: stopfen. Es ist ein Konzept für eine Gesellschaft mit großem Abstrahierungswillen, und woher der kommt, ist verständlich: wär ja auch schließlich schön, wenn alles so einfach wär.

Eine originelle Idee: fragmentierte Körperteile, weil das einfacher und übersichtlicher ist als komplexe Gefühle und nicht immer einfache Beziehungen. Vermutlich liegts aber mehr an der Schlichtheit männlichen Begehrens, das sich von derlei Anblicken simpel und verlässlich erregen lässt.