Wie Paare die Erotik töten

In Sachen Erotik sind die meisten Themen ewig aktuell. Das gilt auch für das Problem der “Erotik im Alltag”. Dazu hab’ ich einen guten Beitrag entdeckt, zwar von 2009, doch gewiss niemals veraltet. Da unternimmt eine Frau mit den passenden Nicknamen “Sinnlichkeit” über “Sinnlichkeit im oder trotz Alltag:

“Paare schlafen in vielen Kulturen in gemeinsamen Betten, frühstücken, essen, schauen TV, machen sich gemeinsam für den Abend fertig. JedEr kennt jedEr Falte der/des Anderen, jedes Kleidungsstück, jedes Verhalten.

Erotik lebt von Überraschung und Überraschungen kommen plötzlich, sind Abwechslung und wirken erotisch, weil sie Sehn- und Erlebnis-Süchte befriedigen. Erotik stimuliert die Sinne, Alltag rationalisiert und mechanisiert Prozesse.

Paare, die gemeinsam leben, tun quasi alles, um Erotik unmöglich zu machen. Und doch hat es einen Vorteil, der diesen Weg legitimiert und dazu motiviert: Die Sicherheit, nicht betrogen zu werden, die Sicherheit, ihren/seinen Partner unter Kontrolle zu haben.

Erotik wird dann zum Ausbruch, oder der Ausbruch aus dem Alltag ist dann erotisch, ein sinnliches Erlebnis, weil es Überraschungen in sich birgt.

Die fremde Frau/der fremde Mann sind unbekannte und deshalb sehr wahrscheinlich starke Reize, stärker als das Bekannte, das Eroberte, das Gewohnte, das Alltägliche.”

Ja, so entwickelt sich das bei allzu vielen Paaren immer und immer wieder. Es wird schon lange darüber geschrieben, doch in der Hinsicht sind wohl viele “beratungsresisten”. Zu groß erscheint zu Beginn das beglückende Gefühl möglichst intensiver Nähe – und später, wenn man durchaus wieder mehr Abstand haben könnte, unterlässt man es, das auch anzusprechen und umzusetzen. Denn der Partner könnte ja denken, man liebe ihn nicht mehr… wie falsch und auch schade!