Urteil: 25.000 Euro Schmerzensgeld für Nacktfotos der Ex im Netz

Die vergleichsweise hohe Summe bekam eine Frau vom Landgericht Kiel zugesprochen (Az. 4 O 251/0). Ihr Ex-Partner, der von ihr verlassen worden war, hatte drei Nacktfotos, verziert mit ihrem Namen, ihrer Adresse und dem Wort “danach” in eine Tauschbörse eingestellt. Dort blieben sie zwar nur 14 Stunden, bevor es dem Aussteller mulmig wurde und er die Pics wieder löschte, doch genügte diese Zeit, die Bilder im Web zu verbreiten. Die Frau erhielt eindeutige Angebote und Anrufe fremder Männer, die das Bild mit der Adresse als Eigenwerbung einer “Hobbyhure” aufgefasst hatte. Continue reading “Urteil: 25.000 Euro Schmerzensgeld für Nacktfotos der Ex im Netz”

Minderheitskink: natürliche Sexualität

Über den Hygiene-Fimmel der Amerikaner konnten sich Europäer lange belustigen, doch mittlerweile eifert man hierzulande dieser kollektiven Neurose mit aller Kraft nach. Wurden die ersten Intimrasuren noch mit einer Lust an ungewohnter Nacktheit begründet, ist der Kampf gegen die natürliche Behaarung mittlerweile nahezu Mainstream geworden. Und es geht oft nicht mehr um Lust, sondern angeblich um Hygiene (sachlich betrachtet ist das Unsinn!), vor allem aber wohl um das Gefühl, der “angesagten” Mode zu folgen: in sein, dabei sein – wie immer eben. Die Kosmetikindustrie freut sich und in der U-Bahn hängen Plakate, die “voll finanzierte” Laser-Enthaarungen anbieten – schöne neue Welt!

Logo der Gruppe natürlicher SexEin wenig gegen den Stachel löckt nun Gerd vom hier schon öfter zitierten Blog PROMISC. Er hat im JoyClub eine “Gruppe” eröffnet mit dem programmatischen Namen “Natürliche Sexualität”. Im Beschreibungstext heißt es:

Körper und Sex ‘natürlich’ lieben

Die Erotik des natürlichen Körpergeruchs, die betörende Wirkung des natürlichen intimen Geschmacks, die Ästhetik eines vollen weiblichen Schamhaardreiecks, hingebungsvolle Lust auch während der Menstruation, die alle Sinne umfassende Liebe zum weiblichen und männlichen Ejakulat u.v.a.m. – Affinitäten welche es in Zeiten von Deo, Duschen vor + nach dem Sex, Ablehnung von Sperma, Schamlippen-Korrektur, Intimrasur & Co. schwer haben, Akzeptanz und ein passendes Gegenüber zu finden.
Diese Gruppe richtet sich in erster Linie als eine Art Refugium an Menschen, welche sich und das Gegenüber ‘à la Mutter Natur’ zum Fressen gern haben, darüber unbeschwerter als anderswo reden und sich gegenseitig auch leichter finden wollen.
Aber auch an Menschen, welche sich was diese Themen angeht selbst etwas ‘entspannen’ und informieren wollen.

Da die Gruppe noch recht neu ist, aber schon fast 50 Teilnehmer/innen hat, finden noch engagierte Diskussionen rund um das kontroverse Thema statt – allerdings tiefer schürfend als die üblichen Schlag-Abtausch-Runden zweier Lager, die einander ihre Glaubenssätze um die Ohren hauen.