Jenseits der Lust

Diese berührend brisante, leider vielen allzu bekannte Szene des “Auseinanderfallens von Körper und Geist” ist im Kurs “Erotisch schreiben” entstanden. Ich danke der Autorin Felicia für die Erlaubnis, sie hier zu veröffentlichen.

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Ich kann nicht mehr. Nein, ich will nicht mehr. Wie graut es mir vor jenem Moment, in dem er wieder und wieder versucht mich aus meinem Schlaf zu reißen. Seine Hand streicht über meinen Rücken, vom Nacken bis zum Po lässt er keine Stelle aus. Ich weiß schon im Voraus, wo seine Finger mich berühren werden. Es ist das immer dasselbe Spiel, variantenlos fügen sich die Minuten seiner Gier zu einem einzigen Brei der Lust. Kein Kribbeln oder Zittern fährt durch meinen müden Körper, nichts was ihn provozieren soll, weiterzugehen. Ich spüre wie sich jeder Zentimeter, jede Faser in mir verkrampft, ankämpft gegen Ekel und Wut. Wie konnte es nur soweit kommen? Ich weiß es nicht, ist es denn wichtig? Nein, nur muss ich entscheiden, ob ich seinen fordernden Händen dieses Mal Einhalt gebiete, ihn endlich vor vollendete Tatsachen stelle und mir meinen Körper zurückerobere.

Wie gelähmt verharre ich, unfähig mich aus seiner Umarmung herauszuwinden. Sein Atem in meinem Nacken stößt heiß und keuchend in meinen Haaransatz. Seine Hände umfassen mich, ich kann mich nicht bewegen. Abwärts drängen seine Finger, umkreisen meine Nippel, die sich aufstellen.

Verräter!

Sie gehören nicht zu mir, ich habe keine Kontrolle. Nein, das bin nicht ich, schreie ich verzweifelt in die Kissen. Doch kein Laut entschlüpft meinem trockenen Mund.

Hände, schlüpfen in meine Pyjamahose, drängen zwischen meine Schenkel. Nässe umfängt seine Finger.

Das bin nicht ich- ICH will ihn nicht.

Mit der einen Hand streift er sich seine Hose runter, zerrt an meiner. Hart und fest reibt er seinen Schwanz an meinem Po.

Ein letztes Mal lasse ich diese Invasion zu. Ganz leicht wird mir bei dem Gedanken wie es sein wird ohne ihn. Doch wie soll ich ihm erklären, ihm begreiflich machen, dass ich gehe?

Wippend gleitet sein Schaft zwischen meine Beine, dringt in mich ein. Er presst mich zusammen. Seine Pranken halten mich, reiben über meine Brüste, kneten sie wund.

Mir wird heiß. Ich kann es nicht verhindern.

© Felicia – Juni 2006